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Kurzbericht von Ewald bebt!

Schön war’s gestern. Nicht unanstrengend, aber sehr unterhaltsam, was nicht zuletzt an den überaus netten Kolleg/innen lag, die ich gestern kennenlernen durfte.
Sicherlich wird es in den nächsten Tagen einen ausführlichen Bericht des Events auf www.ewaldbebt.de geben, deswegen beschränke ich mich an dieser Stelle auf ein paar Spot- und Highlights.

Die Pannen vorweg: Das GBOB-Team um Benni wollte die erste Band ursprünglich bereits gegen 12 Uhr zum Soundcheck auf die Bühne schicken. Schon da gab eine nicht unerheblich Verzögerung von etwa vier (!!!) Stunden. Dass es dann doch nur mit 75-minütiger Verspätung losging, verdanken wir Bennis Routine und seiner Art, sich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Auch nicht vom Mann am Mischpult, der mit dem Job am gestrigen Nachmittag völlig überfordert war: Entweder war der Sound matschig, einzelne Instrumente zu laut, zu leise oder gar nicht zu hören (besonders hart hat es die Jungs von The Coreflakes getroffen, deren Sänger zunächst in ein defektes Mikro singen musste, um im Anschluss mit einem nicht optimalen Monitor zu kämpfen). Doch mit der richtigen Kombination aus Lippenlesen, Ohropax in einem Ohr und ein wenig Erfahrung konnte die Jury ihrer Aufgabe kompetent nachkommen.

Die Workshops

Durch die Zeitverzögerung im Bühnenbau musste die Reihenfolge der Workshops umgestellt werden: Den Anfang machten Sue, Holger und ich mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit. Der Workshop war sehr gut besucht und wir hatten den Eindruck, die anwesenden Musiker (alle etwa zwischen 14 und 24 Jahren) haben einiges an Informationen mitnehmen können. Hier und da wären wir gerne noch ins Detail gegangen, aber dafür reichte die Zeit dann doch nicht. Wie wir die Informationen nun aufbereiten und zur Verfügung stellen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Doris und Niasony übernahmen im Anschluss den Performance-Workshop. Wegen der vorrangigen Jagd nach einer Bratwurst habe ich nur den Anfang mitbekommen, aber der ließ sich durchaus aktiv an. Das hat sich im späteren Verlauf auch nicht geändert, denn man konnte schon von weitem lautes Grölen hören. Ich interpretiere das mal als Spaß-Äußerung.

Benni hat es zuletzt tatsächlich noch zu seinem Workshop geschafft. Zu diesem Zeitpunkt waren Sue und ich aber in ein äußerst interessantes Gespräch vertieft, das wir später mit dem Rest der GBOB-Jury (Rutger, Myong und Niasony) bei Kaffee und Kuchen fortgesetzt haben.

Der Band-Battle

Die Erkenntnis des Abends ist traurig: Es ist erschütternd, wie wenig Originalität im deutschen Nachwuchs unterwegs ist. Obwohl die Bands gestern ungefiltert auf uns losgelassen worden waren (es war die erste Runde des deutschen Vorausscheids), ist es schade zu sehen, dass es nur ganz wenige gibt, die sich um Eigenständigkeit bemühen. Einige davon hätten wir schon gerne wieder in den Proberaum geschickt, um musikalische Basics wie Songaufbau und Arrangement zu pauken.
Die drei Sieger (Kermit, emmy shot a unicorn und Mee Shome) stachen klar aus den Mitbewerbern hervor und kommen verdient eine Runde weiter. Da sollte das Bewerberfeld aber schon stärker sein. Die Daumen drücken wir “unseren” Bands trotzdem.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber noch die Jungspunde von 4Beat. Ganz persönlich, also. Spielerisch und gesanglich hat es ordentlich an allen Ecken gehapert, aber vom Songwriting (und ich gehe optimistisch davon aus, dass sie ihre Songs selbst schreiben), gehörten sie zu den Siegern. Tolle Hooklines, ein klasse Gespür für Melodien und eine unerwartet hohe Komplexität lassen mich nicht hoffnungslos aus dem GBOB gehen. Daumen hoch!

Die Veranstaltung an sich

Was Rolf, Bernd und Benni in Herten auf die Beine gestellt haben, ist ganz großes Kino. Die Zeche Ewald bietet eine hervorragende Kulisse, die Veranstaltungshalle eine grandiose Optik. Der stockende Ablauf wird einfach mal zu den Kinderkrankheiten solcher erster Events gerechnet. Viel Luft nach oben also und eine Menge Zeit, die bis zum nächsten Jahr geschickt genutzt werden will, um dem sympathischen Erstling eine würdige, noch professionellere Veranstaltung folgen zu lassen. Aber das kriegt er hin, der Rolf.

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5 Responses

  • 22. September 2008 at 22:47

    Ach so, jetzt soll’s ich wieder richten. ;)

    Im Ernst: ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, dass etwas in den Workshop / Foto / Jury Teams nicht passen könnte. Aber als ich gemerkt habe, wie gut ihr alle wirklich harmoniert habt und was für Hochkaräter ich da nach Herten gezerrt habe, da wurde mich dat ganz waam um mein Herzken. Und da war wieder die Vision vom “Familientreffen der Rockmusiker”. Dickes Dankeschön an euch alle, auch an die Knipserbande Holger, Jessica, Sarah und Thomas – die hast du Texter vergessen zu erwähnen. Danke auch an die Besatzung des Jamtruck, der erstmals aus Essen herausgefunden hat. Danke an die Bands im Programm. Der Laden hat echt gebebt. Und auch an das Kulturbüro der Stadt geht mein Dank. Welche Stadt im Ruhrgebiet hätte sonst so etwas ermöglicht?

    Das Nachbeben kommt in den nächsten Tagen auf die Website, versprochen!

  • 24. September 2008 at 17:22

    Hey ja danke…also echt cooler artikel. er zeigt auf woran es gehapert hat. also erstmal auch vielen dank für das lob. wir haben selbst gemerkt, dass es nicht so gepasst hat. wir haben schon eindeutig bessere gigs abgeliefert. ich denke es hatte, und das soll keine ausrede sein, auch viel mit dem sound zu tun, weil man manchmal dachte: hä? wieso hört sich das so scheiße an, andererseits liegts aber auch an unserer wenigen liveerfahrung. es gibt leider wenig möglichkeiten für uns hier in der gegend. trotzdem noch einmal vielen dank für den geilen abend. und wenn du dir von uns vllt. nochmal was besseres und mehr anhören möchtest, dann komm doch am 25.10.2008 ins Bürgerhaus-Süd Recklinghausen, Theodor-Körner-Platz. Dort haben wir unseren nächsten Gig. Und bis dahin werden wir ordentlich an uns arbeiten. vielen dank nochmals und herzliche grüße
    fo(u)r beat

  • 24. September 2008 at 19:18

    Ja, der Sound ist’n Kapitel für sich. Ich kann mir gut vorstellen, dass euch das Dilemma auf der Bühne auch ziemlich verunsichert hat. Ich kenne das: Wenn der Monitorsound nicht stimmt, kann man sich noch so anstrengen, es passt irgendwie alles nicht.
    Gerockt habt ihr trotzdem gut, da waren wir uns in der Jury alle einig. Viel Erfolg weiterhin!

  • 25. September 2008 at 13:28

    Hey! Schöner Artikel!
    Uns Kermit hat der Tag auch richtig gut gefallen und ich denke, wir haben sicherlich davon profitiert, soweit am Ende gespielt zu haben. Also Sound-Technisch. Es ist sicherlich immer gut, nen anständigen Sound auf der Bühne zu haben und den hatten wir. Aber auch mit mehr Bühnenerfahrung lernt man, mit weniger gutem Sound klar zu kommen. Wir hatten schon so einige Gigs, da haben wir uns richtig unwohl auf der Bühne gefühlt aber das Publikum fands geil… so kanns gehen…
    An Sascha:
    Wir als Band würden uns freuen, wenn du uns per Mail vieleicht noch ein Feedback zum Abend geben könntest. Sicherlich ist auch bei den drei Siegerbands nicht alles rund gelaufen und wir brauchen Kritik um an uns arbeiten zu können. Daher wäre es wirklich hilfreich zu erfahren, was die Jury nun gut fand, was man weiter ausbauen kann und was mal überhaupt nicht ging oder einfach solala war.
    E-Mail-Adresse hab ich mit angegeben.
    Mit freundlichen Grüßen,
    der Bassist

  • 25. September 2008 at 16:58

    super Artikel.
    Du triffst in deinem Artikel genau ins schwarze, bezüglich Kulisse, Bands und den Kinderkrankheiten.

    Gut gefallen haben mir auch Deine Ausführungen beim Workshop, ich denke, dass einige Teilnehmer bestimmt davon profitiert haben, wie ein Demo und dazugehöriges Info Material aussehen sollte.

    Hinzufügend denke ich aber, dass die ganze Veranstaltung als Beginn einer Entwicklung von Newcomer Festivals in Herten betrachtet werden könnte, in der sich in den nächsten Jahren an musikalischer Qualität bestimmt noch einiges tun wird.

    Für dieses mal zählt vor allem, dass für unsere Region überhaupt mal der Versuch unternommen wurde, Einzelveranstalter, Bands, Promoter, Musikstudios, Booker, Musikdienstleister, etc.zu einem gemeinsamen Event zusammen zu bringen, um im Bereich Nachwuchsarbeit etwas zu schaffen was sich von anderen Events abhebt.
    Hier gebührt dem Hertener Kulturbüro und Rolf Jansen ein ganz dickes Lob für so viel Engagement.

    Okay das in kürze und
    bes dämnexht mal.
    andreas wildenhain

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