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Petition gegen schlechte Texte

Seit einigen Tagen geistert eine “Petition gegen schlechte Texte” durch die Bloglandschaft, initiiert durch den Textguerilla-Blog. Diese wird gezeichnet von etlichen geschätzten Texterkolleg/innen, deren Blogs ich regelmäßig lese (und von denen einige vielleicht sogar Einzug in die Blogroll halten werden).

Mein erster Gedanke aber war: Fangen Texter jetzt auch schon an zu jammern? Dass viele Kunden aufs Geld schauen (müssen), ist schon lange nichts Neues. Angebote wie der Textbroker oder andere billige Textschleudern (erwähnt sei hier zum Beispiel der PR-Generator, der Danklink für den Hinweis wird achgereicht, sobald mir wieder einfällt, in wessen Blog ich die Seite gefunden habe) machen den Markt kaputt. Dass bei Preisen um 5 Euro pro Mailing die Qualität auf der Strecke bleibt, sollte niemanden wundern. Natürlich macht das auch mich wütend. Und natürlich stehe ich oftmals hilflos einem Dumpingangebot gegenüber, das ich nicht willens bin zu unterbieten. Natürlich gehen mir durch Billiganbieter wie myhammer.de (da gibt es gerade “10 Texte zu Jobthemen je 200 Wörter” für im Moment 27 Euro) Aufträge durch die Lappen. Und, glaubt mir, es regt mich maßlos auf, wenn ich dann die Ergebnisse sehe: herzlos, ohne Sinn und Konzept aneinander gereihte Worthülsen, Leerformeln, Geschwaller ohne Substanz. Meistens jedenfalls.

Aber ich bezweifle, dass eine Trotzreaktion, wenn auch in ihrem Ursprung sicherlich mit einem Augenzwinkern ins Leben gerufen, an dieser Situation etwas ändern wird. Gegen etwas zu sein, ist immer einfach. Ich bin auch gegen vieles. Doch ändern kann ich es nur, wenn ich das Gegen durch ein Für ersetze. Wofür stehen Texterinnen und Texter? Für eine professionelle Einstellung. Für Erfahrung. Für verbindliche Zusagen. Für Textgefühl, Textverständnis und Besessenheit, aus jedem noch so kurzen Einzeiler das Bestmögliche rauszuholen. Wir verbeißen uns in unsere Aufgaben, sind perfektionistisch, pedantisch. Und unbequem. Weil wir wissen, was wir tun, können wir unseren Kund/innen auch mal die eine oder andere Flause aus dem Kopf treiben.

Denn: Texten bedeutet immer auch: beraten.

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