Apr
2009
Freelancing: Mit dem mobilen Büro auf Juist
Der große Vorteil, den man als Freiberufler genießt, ist die Unabhängigkeit von festen Bürozeiten und -orten. Wenn man nicht gerade persönlich wichtige Gespräche mit Kunden führen muss. Ansonsten gilt: Sind alle Absprachen getroffen, eine Anwesenheit vor Ort ist nicht erforderlich und man bleibt für Rücksprachen telefonisch und via Mail erreichbar, spricht nichts gegen einen Ortswechsel.
So teste ich gerade die herrliche ostfriesische Insel Juist auf ihre Tauglichkeit als externes Büro und Erholungsort. Denn: Ja, man kann Erholung und Arbeit hervorragend kombinieren.
Internet
In vielen Ferienwohnungen gibt es mittlerweile einen W-Lan-Zugang für Gäste. Manchmal stehen aber nur gewisse Zeiträume zur Verfügung, zum Beispiel 9-12 oder 18-21 Uhr. (Einen Link gibt’s hierzu leider nicht, das war lediglich ein Aushang an einem Ferienhaus – und ich ohne Kamera.) Ansonsten kann man mit einem UMTS-Modem zumindest im Ostdorf überall aufs EDGE-Netz zugreifen und Geschwindigkeiten von bis zu 236,8 kBit/s erreichen. Auf Video- und Audiostreams muss man zwar nicht verzichten, aber so richtig flüssig läuft’s natürlich nicht. Zum Arbeiten langt es aber allemal, so lange Kunden nicht große Dateien schicken. Für den Fall kann man sich ins Internet-Café begeben. Aber Achtung: Dessen Öffnungszeiten sind mehr als zufällig!
Arbeitsplätze
Wenn man mobil ist und entweder am Notebook oder ganz klassisch mit Stift&Zettel arbeitet, findet man überall auf Juist ein geeignetes Plätzchen. Am inspirativsten ist natürlich ein Strandkorb, mit dem Wind im Rücken, der Sonne im Gesicht und ein paar Büchern auf dem Schoß. Bei zu großen Windgeschwindigkeiten sollte man freilich sein Notebook in der FeWo oder im Hotel lassen. Mit Schreibutensilien lässt es sich in jedem Café arbeiten. Empfehlen kann ich ruhigen Gewissens folgende Etablissements:
Dat Lüttje Teehuus
Ein kleines, schnuckeliges Teehaus im Januspark. Niedrige Decken, alte Fotos, ein offener Kamin und nettes Personal; dazu ostfriesische Kost (Krabben, Matjes und anderes Meeresgetier) und ein gute Auswahl an Tee- und Kaffeespezialitäten, mit und ohne Schuss. Die Preise sind moderat (wenn man so etwas überhaupt behaupten kann, wenn man auf Juist ist). Nachmittags wird’s ein wneig hektisch, weil das kleine Lokal sehr beliebt und dann auch mal überlaufen ist.
Café Del Mar Juist
Die Tapas- und Cocktail-Bar ist recht neu. Ab 18 Uhr gibt’s tolle, kleine Happen (Hackfleischbällchen, Datteln im Speckmantel, spanischen Käse, spanische Salami, Oliven), von 19 bis 20 Uhr ist Happy Hour, während der die zahlreichen Cocktails für momentan fünf Euro zu haben sind. Das Personal ist auf zack, jung und nett. Die dezente Musik im Hintergrund passt zum Lokalnamen, im Frühling lässt es sich mit den zur Verfügung stehenden Kissen und Fleece-Decken auch draußen gut aushalten. Da hat man seine Ruhe.
Erholung
Der schönste Strand Deutschlands, wenn nicht sogar einer der schönsten weltweit lockt den ganzen Tag zum Spazierengehen. Herrlich inspirierend - und so ganz nebenbei bewegt man sich durch einen riesigen Inhalator, der die geplagten Ruhrpott-Lungen freibläst. Selbst in Ferienzeiten ist der Strand nicht überlaufen, man kann also ganz entspannt seinen Gedanken nachhängen.
Einziges Manko: Juist ist teuer. Alle Lebensmittel müssen tideabhängig mit der Fähre angeschifft werden, das wird natürlich an den Verbraucher weitergegeben. Aber nach ein paar Tagen weiß man, wo man was am günstigsten bekommt.
Fazit: Juist ist ein idealer Platz fürs externe Büro. Erholsam, inspirierend, ruhig. Aber eben nur für eine recht begrenzte Zeit, außer man arbeitet gerade für äußerst solvente Kunden.
