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Ich bin mehr als mein Job

In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wird sich hier einiges ändern. Ich will nicht alles vorweg nehmen, nur die wichtigsten Änderungen umreißen (Aber Vorsicht: Es wird lang!):

Zunächst bastle ich an einem neuen Blog-Layout. Ich habe einige Themes zur Probe installiert, einige weitere werde ich noch antesten. Am Ende werde ich meine Homepage mit meinem Blog zusammenlegen. Für mich ergeben sich dadurch einige Vorteile. Vor allem muss ich nur noch eine Seite pflegen. WordPress ist dazu besser geeignet. snext.de läuft auf Joomla, das ich noch immer toll finde und auch gerne weiterempfehlen und verworkshoppen werde. Aber für die schnelle Änderung zwischendurch ohne zu große Komplexität reicht WordPress völlig aus.

Und auch inhaltlich wird sich etliches ändern. Hier wird es persönlicher werden. Ich habe über Monate versucht, alles Persönliche so gut es geht herauszuhalten. Es sollte ein Texterblog werden, mit Marketingeinschlag und Augenmerk auf die Musikindustrie. So, wie es social profiler vorschlagen. Sich selbst zu positionieren, Experte zu werden auf seinem Gebiet, Leser auf die Seite zu ziehen mit allerlei Tipps und Tricks und Geplauder aus dem Nähkästchen. Das mag für viele funktionieren. Für mich nicht. Ich hege Leidenschaften für so viele Dinge, die alle Teile von mir sind, die mich ausmachen, als Person. Und ich finde es wichtig, dass jede/r weiß, mit wem er/sie sich einlässt. Kreative brauchen einen Spleen. Da bin ich mir sicher. Warum sollte ich also nicht über meine Faszination für Niedrigtemperaturgaren schreiben, über meine Liebe zum „Cheers“, der besten Kneipe Bostons, warum nicht über die neuesten Abenteuer meines Hundes? (Gut, dermaßen ausarten wird’s schon nicht, keine Bange, aber die Tendenz ist klar, oder?)
All das inspiriert mich, ist Teil meiner Erlebniswelt. Aus diesen Welten schöpfe ich meine Ideen. Ich kann keine Pseudo-„Business“-Blogs mehr lesen, die selbsternannte Profis nur betreiben, um ihre Bücher an den Menschen zu bringen, Marketinggeblubber ohne Seele.

Ich bin mehr als ein Buchstabenschubser.

Überall wird gesagt, man solle sein berufliches Blog nicht mit seinem privaten vermischen. Ich frage: Warum nicht? Warum sollte der PR-Blogger nicht auch über sein Wochenende schreiben? Vielleicht mag er Rotwein? Vielleicht sammelt er leere Sinalco-Flaschen aus den Achtzigern? Vielleicht fährt er jedes Jahr für genau dreizehn Tage in die Lüneburger Heide, um ohne Internet auszuspannen? Und wenn es denn so wäre: Würde es seiner Online-Reputation schaden? Würde ihn das weniger glaubhaft machen? Ich denke, dass nein.

Natürlich weiß ich, dass man sich als Freelancer positionieren muss. Ich weiß um die Wichtigkeit guter Online-Reputation. Ich kann Ego-googeln. Aber ich bin mehr als mein Job. Und zwar ab jetzt.

Ich werde Sie nicht mehr siezen. Hier herrscht nun ein freundliches Du. Ich heiße dich also willkommen auf meinem Blog.

Die Glocke tönt.
Das Publikum wird still.
Der Vorhang hebt sich.
Hier bin ich.

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4 Responses

  • 23. July 2009 at 00:52

    Gratulation zu dieser Entscheidung. Damit vollziehst du nun den Schritt, den ich bei meinem letzten Relaunch auch gegangen bin. Ich bin einfach unterm Strich mehr als Text.
    Und Arbeit macht mir um so mehr Spaß, je schneller ich meine Kunden duze. :-)

    Neben der Anrede solltest du jetzt nur noch eines ändern – sag nicht nur du, sag doch auch _das_ Blog. ;-)

  • 23. July 2009 at 10:43

    Finde ich prima, willkommen im Club! :-) Du weißt ja, dass ich schon längst nach dieser Devise fahre, weil ich es auch albern finde, Persönliches und Geschäftliches künstlich auseinander zu halten. Gerade bei Solo-Unternehmer lässt sich das eine ja gar nicht vom anderen trennen.

  • VLC-Fan
    30. July 2009 at 13:26

    Super Beitrag!

  • Söntke Tümmler
    29. July 2011 at 09:15

    Ja, du hast recht und untersützte dich dabei!!!!!
    Hallo lieber Sascha :-)

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