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Sep
2010
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2010
Apple baut Knebelnetzwerk
Mit “Ping” gelingt Apple wieder ein großer Wurf. Garantiert. Ein Musiknetzwerk mit integriertem Shop – oder umgekehrt – dürfte der Traum der meisten Musiker und Bands sein. Also genau das, was MySpace in den letzten Jahren partout nicht hingekriegt hat.
Wenn man aber genauer hinsieht, erkennt man, dass Apple der Weltherrschaft nun noch ein Stückchen näher gekommen ist. Andere mp3-Shops werden an Boden verlieren, Labels noch abhängiger von Cupertino. Das ist eine Entwicklung, die nur Jobs Fanboys gut finden dürften. Musikalisch gesehen also die, denen es prinzipiell egal ist, was sie hören, solange es iTunes nur abspielt. Radiohörer quasi.
Musikenthusiasten bewahren sich die Freiheit. Und diese wird in Zukunft ein teures Gut.
Category: Allgemeines, Zukunftsmusik

Generell stimme ich dir zu. In Teilen. Knebel hin oder her – die Nase vorn hat Apple doch nun, weil sie sich was einfallen lassen. Mit ihren Produkten, wie der Nutzer sie nutzt. Und ja, sie werden sich mit Pings genauso wie mit AppleTV richtig Boden machen.
Die Frage, die ich mir stelle ist, wieso niemand sonst auf diesem Planeten auf den Zug aufspringt. Ob man Apple nun mag oder nicht, Zensur oder nicht – das sind Themen, die einen spezifischen Nutzerkreis beschäftigt. Meine Nachbarn machen sich darüber keine Sorgen.
Welches Unternehmen lässt sich sonst noch so auf seine Nutzer ein. Apple ernten letztlich auch langsam die Saat der letzten Jahre. Das muss man anerkennen. Ob’s einem gefällt oder nicht.
Apple macht das schon ganz klug: Erst die Infrastruktur schaffen, dann unentbehrlich werden und zum Schluss den Entscheidern die Möglichkeit bieten, ‘ne Mark zu machen. Marketing konnten die Jungs (fast) schon immer.
Mich stört das zumeist unreflektierte Abfeiern der Fanboys und – mehr noch – das geschlossene System. Ohne iTunes hat man nichts von Ping, oder? Da bleibe ich gerne außen vor. Wäre ja genauso, als wäre SpiegelOnline nur über den IE8 erreichbar. Darüber würde sich jeder aufregen, bei Apple kriegense ‘ne nasse Hose …
Ja ich versteh’ schon. Ist schon richtig, dass die Fanboys kräftig durch die Waschmaschine gelaufen sind.
Auf der anderen Seite kann ich aber auch Apple in Teilen verstehen. Wir haben 160Mio User, wieso sollten wir unser System so umstricken, dass es alle nutzen können. Letztlich ist Apple halt auch nur ein Unternehmen, was wie jedes andere Profit machen will und das so viel wie möglich.
Ich denke Apple hat aus den Fehlentwicklungen in den 90ern gut gelernt, dort wo sie kurz vor dem Boden gewesen sind. Der Rest regt sich ja darüber auf, was Apple so macht.