0

“Social Boring” ist der neue Trend

In den letzten Tagen habe ich mich ja, wie berichtet, zum Texten vom Rechner entfernt. Weit entfernt. Denn wenn die Recherche einmal abgeschlossen ist, lenken Direktnachrichten und E-Mails ungemein vom Schreibfluss ab. Dann gibt es zu viele interessante Links, zu viel Konversation und im schlimmsten Fall zu viel Kannste-mal-eben. Social-Media-Surren. Permanent.

Wie viel Social Media ist nötig?

Dabei, so scheint es mittlerweile, gibt es gar nicht allzuviel mitzuteilen. Wertige Links und Hinweise bekomme ich via Twitter von mindestens sechs Seiten in die Timeline geschrieben. Da ist es nicht tragisch, mal drei, vier Stunden offline zu sein. Auf Facebook wird größtenteil geplappert oder Eigenwerbung betrieben. Die gibt es freilich auch auf Twitter, neben all diesen unerträglichen - und ich meine wirklich: unerträglichen – Sitze-im-ICE-nach-Brzlfx-Postings. Ganz ehrlich – und ganz vulgär: Das interessiert doch keine Sau. Leute mit solch einem Mitteilungswahn rufen bestimmt auch alle ihre Freunde an, um ihnen zu berichten, wie voll die S-Bahn gerade ist. Nicht? Warum sollte mich das dann interessieren? Oder ist das ein neuer Trend:

Social Boring?

Zu Beginnn wurde Twitter belächelt, jeder würde nur über sein Mittagessen berichten. Inzwischen sind wir genau da wieder angelangt: Jeder fährt irgendwohin, steht im Stau, trinkt Cocktails, ist bei einem Kunden, hat einen Auftrag bekommen, hat einen Auftrag abgelehnt. Na und? Ich folge Leuten auf Twitter, wenn ich sie kenne, schätze oder wenn sie Wissen verbreiten. Welche Straßenbahn gerade Verspätung hat, gehört nicht dazu.

Kommt zur Besinnung

Es wäre schön, wenn wir uns auf Folgendes einigen könnten: Social-Media-Relations, wenn mir dieser Anglizismus gestattet ist, funktionieren wie im echten Leben:

  • Niemand umgibt sich gern mit Menschen, die nur über sich selbst reden.
  • Auch nicht mit Langweilern.
  • Twitter ist öffentlich.
  • Nicht jeder muss alles wissen.
  • Nicht jeder will alles wissen.
  • Tut euch selbst den Gefallen und habt ein Privatleben.

Amen.

2

Social Media – Leidenschaft vs. Businessgewäsch

Hunde sind immer zu hundert Prozent bei der Sache. Das macht sie so sympathisch. Und authentisch.

Hunde sind immer zu hundert Prozent bei der Sache. Das macht sie so sympathisch. Und authentisch.

In Zeiten, in denen jeder seine Kontakte bei Facebook, Xing, StudiVZ, meinVZ, Twitter oder wo auch immer pflegt, schießen Experten wie Pilze aus dem Boden, die meinen, all das noch besser zu können: Social Media Experten, Social Media Gurus, Social Media Ninjas. Die erzählen euch dann, wie Kommunikation funktioniert. Reden. Und Schreiben.

Immer aber geht es darum, wie man seine Social-Media-Aktivitäten “monetarisiert“, also zu Geld macht (vor allem zum Geld der Gurus). Weiterlesen →

0

Twitter – oder warum ich dem Kommunikationswahn erlegen bin

Ich habe mich geirrt. Das gebe ich unumwunden zu. Hier habe ich ausführlich beschrieben, warum Twitter für mich eine Ansammlung kommunikationshungriger Kommunikationsprofis ist – und somit für mich völlig wertlos. Das entscheidende Wort war “Kommunikationsblase“. Die Kernaussage bringe ich gerne noch einmal zu Gehör:

Twitter ist ein geschlossenes System. Es macht meine Welt nicht besser, vereinfacht gar nichts. Twitter ist nur noch ein weiterer Kanal, auf dem viele rumschippern, die meisten allerdings relativ ziellos.

Mein Gewissen sagte mir, dass ein Urteil so lange unfair ist, bis man sich ausgiebig mit dem Fall beschäftigt hat. Das habe ich getan. Ich twittere also seit einiger Zeit als @bobgrillen, um mich mit den Gegebenheiten auseinaderzusetzen. Am Wahrheitsgehalt des obigen Zitats hat sich Folgendes geändert: Twitter vereinfacht den Informationsfluss. Es ist nicht nur ein weiterer Kommunikationskanal, es ersetzt viele andere. Wenn man den richtigen Leuten folgt, verpasst man nichts. Schade für die Blogs natürlich, die ich nicht mehr regelmäßig ansurfe, weil die Betreiber twittern und ich immer sofort sehe, ob was Relevantes für mich dabei ist. Das Bummeln durch die Straßen wurde quasi durch gezieltes Online-Shopping ersetzt.

Man lernt auch überaus nette Leute lesen, denen man sonst nie über den Weg gelaufen wäre, @AndreasPoser zum Beispiel, der als twitternder Anwalt für so manches Grinsen sorgt, oder @Mellcolm, deren Blog ich, seit ich twittere, regelmäßig lese, weil ihre Schreibe einfach geil ist (so viel Leidenschaft darf sein). Oder @marcellini, @VolkerRemy, @NieWiederClaire, die mit Wortwitz Sympathien gewinnen.

Ob mich Twitter nun der ersten Million näherbringt, wage ich noch immer zu bezweifeln. Aber ich würde natürlich darüber berichten, wenn ich denn über einen via Twitter akquirierten Kunden zum Millionär würde. Dann gäb’s Blattgold zum Ausdrucken und dergleichen.

Ich werde mich dem Thema Twitter wieder widmen, wenn’s ich’s nicht mehr mag. Einfach der Vollständigkeit wegen.

3

Twitter – oder warum ich mich dem Kommunikationswahn verweigere

Twitter-LogoIch werde oft gefragt: “Sascha, warum twitterst du nicht?” Meine Antwort ist dann … Moment … Das stimmt nicht! Bisher hat mich noch nie irgendjemand nach meinem Twitteraccount gefragt. Keine Kunden, keine Freunde, nichtmals meine Mama. Warum nicht? Weil’s die nicht interessiert. Weiterlesen →

2

Offline

Bis Montagabend werde ich einige Offline-Tage in der Lüneburger Heide verbringen. Ohne Internet.

Da bereite ich dann aber trotzdem schon mal den anstehenden Serverumzug vor und entscheide:
Lege ich meine Website mit dem Blog zusammen?
Muss ich anfangen zu twittern oder kann ich mich weiterhin dem Kommunikationswahnsinn verweigern?

Wir lesen uns!

Copyright © 2010 — .:snext_blog:. | Site design by Trevor Fitzgerald